Still(e)

Wochenende. Sonntags. Im Bett. Die Tür zum Alltag schließt sich. Die Gedanken haben frei.
Alles was von der Außenwelt noch zu hören ist, ist das was durchs Fenster passt: Vogelgezwitscher und der Wind. Und sonst? Und sonst: Stille.

shutterstock_Aleshyn_Andrei

Am Anfang- also vor ein paar Monaten – fand ich das beängstigend – das Wochenende und die Stille. Zu Beginn habe ich auch noch versucht dem zu entfliehen, Verabredungen getroffen, Unternehmungen geplant, den Tag strukturiert, organisiert – eben agiert. Aber anscheinend hatte das Leben andere Pläne für mich, denn egal wie sehr ich mich bemühte Menschen zu finden, die Zeit und Lust gehabt hätten mit mir an eben diesen Aktionen teilzunehmen, konnten nicht.
Das war ganz schön frustrierend.

Aber das Leben macht keine Fehler und weiß schon warum es mir die Stille bringt.

Und so blieb mir nichts anderes übrig als still, inne zu halten und mit mir zu sein.
Und dann passierte etwas für mich Unerwartetes: ich bin eingetaucht. Eingetaucht in diese Stille und habe mich mit ihr und mit mir verbunden. Ja, ab und zu bin ich darin fast ertrunken, mittlerweile eher darin versunken. Aber prinzipiell bringt sie mich zum Schweben:

Ich bin dabei mir selbst zu begegnen, mir selbst die beste Freundin zu werden.

Ich verstehe jetzt, dass das niemand außerhalb von mir und um mich herum übernehmen kann, sondern nur ich selbst. Und ich habe ebenso verstanden, dass ich nicht alleine bin. Denn ich habe und begleite mich – mein ganzes Leben lang – und ich bin mir tatsächlich genug.
Und ein stilles, leises, wohliges und leichtes Gefühl breitet sich in meiner Seele aus.

Eine Erfahrung und ein Gefühl, welches ich nicht für existent geschweige denn für möglich gehalten habe, ist eingetroffen, fühl- und erfahrbar.

Dennoch habe ich seit dieser neuen Erfahrung – das, wenn im Außen alles still ist, ich mich selbst spüre sowie wahr- und liebevoll annehme – noch nicht ganz die Balance gefunden zwischen mit mir und mit anderen sein. Also wie das geht, mit dem Auftauchen aus der Stille und dem Eintauchen in die Welt außerhalb meines neu entdeckten Mikrokosmos.

Aber ich denke – und noch viel wichtiger fühle – das ich auf dem Weg bin – auf dem für mich passenden Weg. Und ich habe Lust ihn zu gehen.

In stiller Liebe
Belinda

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