Wenn die Laus über die Leber läuft …

… verhagelt es einem die Laune und genauso und nicht anders hat es sich bei mir zugetragen. Wann genau sie mir über die Leber gelaufen ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich mein Befinden seit einigen Wochen so beschreiben würde: Irgendwie missmutig, unmotiviert und kratzbürstig. Ich hätte es eben gerne „einfach“ alles anders. Wie fragst du dich?

Also,

  1. ich würde gerne beruflich etwas anderes machen, als ich es gerade tue, weil es mich langweilt.
  2. ich wäre gerne schon mit meiner Ausbildung fertig,
  3. hätte das BAföG zurückgezahlt und
  4. gleichzeitig – nachdem ich dadurch blank wie ein Ossi am FFK-Strand bin (und ich darf das schreiben, weil ich einer bin – also ein Ossimädchen) – wieder einen finanziellen Puffer auf meinem Konto.
  5. ich hätte schon längst meinen Wohnort gewechselt und
  6. woanders neu angefangen.

Wie ihr seht und lest, weiß ich ziemlich genau was ich möchte – mein innerer Kompass zeigt mir den Weg.

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Aber,

  1. da mein Arbeitsvertrag noch bis Ende diesen Jahres läuft,
  2. die Ausbildung noch nicht abgeschlossen,
  3. das BAföG noch nicht zurückgezahlt (bis nächste Woche zumindest) und
  4. mein Konto damit ratzeputze leer ist,

kann ich aktuell nicht umsetzen, was ich mir wünsche und wonach jede Zelle meines Körpers sich sehnt.

Nicht JETZT, sondern erst Ende des Jahres – in 9 Monaten – 39,7 Wochen – 278 Tagen – 6.627 Stunden – 400.320 Sekunden – eine gefühlte Ewigkeit und damit eben nicht JETZT. Und ich spüre, wie sie schon wieder über meine Hepatozyten tappelt…

Wer mich kennt, der weiß, das ich alles andere als geduldig bin. Also das Gegenteil von dem, was die aktuelle Situation fordert, um mit der Tatsache umzugehen, dass ich weiß was ich will und auch wie ich es bekomme, es aber noch dauert, bis beides zusammenkommen kann. Und das verhagelt mir gewaltig die Stimmung und nimmt der Gegenwart ihren Zauber und Glanz sowie mir die Freude am Sein und Wirken. Und das nervt mich tierisch – wie eben die Laus auf meiner Leber.

Wenn also jemand einen guten Tipp für mich hat, wie er/sie mit solchen Situationen und Lebensabschnitten umgeht – auch gedanklich – immer her damit. Bin für jeden Hinweis dankbar und probiere gerne alles aus, bevor ich sage, dass das nichts für mich ist 🙂

Kratzbürstige Grüße von der Grummelfront,
Belinda und die Laus

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14 Kommentare zu “Wenn die Laus über die Leber läuft …

  1. Ach, 9 Monate gehen schnell herum. Mir persönlich viel zu schnell. Paleicas Tipp ist toll. Meine jüngste Tochter macht sich immer lange Zahlenstreifen, von denen sie jeden Tag ein Stück abschneidet, wenn sie sich auf etwas freut.
    Liebe Grüsse
    Schnipseltippse

  2. dinge planen, die man in diesen 9 monaten genau dort noch machen möchte und sich bewusst „schöne“ inseln schaffen. einen kalender malen und jeden tag ein X machen, wenn man einen geschafft hat. jeden tag eine schöne sache fotografieren/aufschreiben. und einstweilen ganz viel recherchieren, planen und suchen, womit es danach weitergeht.

  3. Liebe Belinda, für einen solch emotional nett geschriebenen Hilferuf Deiner Laus hier ein paar Gedanken…

    „Also,

    ich würde gerne beruflich etwas anderes machen, als ich es gerade tue, weil es mich langweilt.“

    – mache es besonders gut, was Du tust, gib Dir Mühe, knie Dich rein, wiederhole etwas, begeistere Dich neu für etwas, was Du gewählt hast, was Du begonnen hast.

    „ich wäre gerne schon mit meiner Ausbildung fertig“
    – genieße die Zeit der Ausbildung, mache Fehler, um zu verstehen, was es bedeutet. Frage alle Fragen, die Du Dir ausdenkst, und seien sie noch so schwer. Du hast noch die Möglichkeit. Nutze sie, wann immer es geht.

    „hätte das BAföG zurückgezahlt“
    -sei froh, dass es so etwas gibt, viele, die Mehrzahl aller Menschen hat keine solche Möglichkeiten. Und freue Dich, dass Du dafür die Zeit hast, es zu einem späteren Zeitpunkt noch tun kannst.

    „und gleichzeitig – nachdem ich dadurch blank wie ein Ossi am FFK-Strand bin (und ich darf das schreiben, weil ich einer bin – also ein Ossimädchen) – wieder einen finanziellen Puffer auf meinem Konto.“
    – Es kommen, wenn Du Deine Sache gut machst, wieder Zeiten, in denen Du mehr Geld auf Deinem Konto haben wirst. Dann (und ich darf das sagen, weil ich auch beides erlebt habe) wirst Du es zu schätzen wissen, was Unabhängigkeit meint.

    „ich hätte schon längst meinen Wohnort gewechselt und
    woanders neu angefangen.“

    Ja, es ist schön, woanders neu zu beginnen, aber bedenke, dass Du Dich immer und überall selbst mit hinnehmen wirst 😉

    Soo, alles nicht zu ernst nehmen, dennoch aufmunternde Grüße aus dem Rheinland, von wo aus ich immer noch gerne so oft wie möglich nach Berlin fahre…

    • Lieber Mies,
      vielen lieben Dank für dein unterstützendes Kommentar und die Inspirationen. Ich werde Sie berücksichtigen!
      Es freut mich sehr, dass Menschen den Weg auf/zu meinem Blog finden, ihre Gedanken mit mir teilen und ich feststellen darf, dass sie meinen sehr ähnlich sind! Wie wunderbar.
      Alles Liebe, Belinda

  4. Hallo Belinda,

    ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Deinen Punkt 1 habe ich aktuell auch auf meiner Liste, was ich gerne anders hätte und zwar lieber gestern als morgen. Desweiteren habe ich aktuell einen eigentlich nicht ansteckenden Hautausschlag, der aber für kleine Kinder oder Schwangere dennoch gefährlich sein könnte, weil man noch nicht genug darüber weiß. Daher werden wir Ostern mit reduzierter Familie feiern und ich muss von allen kleinen Wesen, die mir doch so sehr am Herzen liegen Abstand halten bis meine Haut sich wieder in Normalzustand befindet.

    Da ich auch nicht mit Geduld gesegnet bin (wie ich kürzlich auf einem anderen Blog las: als Gott die Geduld verteilte kramte ich schon in der Kiste mit Neugier), fällt es mir unendlich schwer abzuwarten und die Dinge so hinzunehmen wie sie sind, weil ich auch kaum etwas zur beschleunigten Heilung tun kann (Diagnose: kommt von allein, geht auch von allein wieder, Selbstheilung des Körpers). Aktuell hilft mir Ablenkung durch liebe Freunde, die mich aufmuntern und zum Lachen bringen. Darüber hinaus habe ich schon vor einigen Wochen angefangen zu meditieren. Bin zwar noch nicht sehr gut darin, aber es hilft mir zur Ruhe zu kommen, die Gedanken mal abzustellen und danach gestärkt weiterzumachen. Schaffe es meist morgens kurz nach dem Aufstehen und gegen Abend etwas länger. Mache das aktuell geführt mit einer APP, das ist ganz gut. Vielleicht ist das auch mal was dich.

    Wünsche dir auf jeden Fall gute Nerven, weiß wie dringend man sie in so einer Situation gebrauchen kann.

    Viele Grüße, Silke

    • Liebe Silke,

      danke für deine Offenheit sowie Heilung für deine Haut.
      Medititaion klingt gut, fühle mich im Autogenen Training sehr wohl und praktiziere das auch sehr unregelmäßig. Mein Allrounder ist die Natur – Spaziergänge im Freien und den Kopf lüften. Zudem stelle ich fest, dass auch das Fitnessstudio gut tut 🙂 Also kurzum Bewegung!

      Liebe Grüße, Belinda

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