Frühlingsgefühle in der Sommerhitze

Manchmal schlägt das Leben einem ein Schnippchen: Ich hatte mich wirklich davon verabschiedet, weiterhin nach einem Partner zu suchen und/oder mich finden zu lassen und somit in eine neue Verbindung zu gehen. Und dann kam er in meinem Leben – wie in die Wüste der Regen.

Eine Stimme, eine Begegnung, ein Blick.

Wie kann ich jemanden vermissen, den ich doch eigentlich gar nicht (lange) kenne. Ich bin verwirrt, emotional verirrt. Ich fühle mich wohl bei ihm, sehr wohl, sehr vertraut, ein bißchen zu Hause, ein bißchen angekommen. Da ist so viel Intensität in relativ kurzer Zeit, so viel Nähe. Da ist so viel, welches keiner Worte bedarf und soviel, welches in Worte gefasst wird. Mir macht das Angst, mir machen diese Gefühle Angst. Es ist so lange her, dass ich das letzte Mal empfunden habe:

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Sehnsucht. Zugehörigkeit. Vertrauen.

Und das Verrückte: Ihm geht es genauso. Mit allem was zwischen uns ist. Mit allem was in uns ist. Mind-blowing. Ohne pathetisch klingen zu wollen: Es ist als hätte sich gefunden, was zusammen gehört. Und trotz all der Angst ist da kein Zweifel. Und das erste Mal in meinem Leben kann ich mir mit einem Menschen alles vorstellen. Alles.

All diese Begebenheiten und Empfindungen berühren etwas sehr Tiefes und Altes in mir: Meine Angst vor dem Verlassenwerden. Am Anfang dachte ich, es handle sich um mein immenses Bedürfnis nach Freiheit und Freisein, sich ungebunden fühlen. Aber in Wahrheit ist das nur das Gewand, welches mich vor Nähe – emotionaler Nähe – schützt, welches mich davor bewahrt mich einzulassen, wahre Begegnung zu zulassen. Denn dann wäre da kein Schutz mehr und ich ganz ich. Ganz da. Ganz dabei. Und meine innere Kleine hat eben die Erfahrung gemacht, dass dann die Männer gehen. Und das kommt jetzt wieder an die Oberfläche, zeigt sich. Aber weil es ja noch nicht verrückt genug mit ihm ist, fühle ich mich sogar mit ihm frei und habe das Gefühl, dass ich jetzt die Chance bekomme, dieses Muster ausheilen zu können.

Ganz da sein, ganz dabei sein und dennoch ich selbst sein.

Diese Begegnung ist ein Geschenk für mich, welches ich sehr zu schätzen weiß. Ich versuche es anzunehmen, mich in den Moment zu entspannen und alles da sein zu lassen, was sich zeigt. Jetzt ist Jetzt. Jetzt ist alles was ich habe. Und ich werde es genießen – mit einem kühlen Eis in der einen und mit ihm an der anderen Hand.

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3 Kommentare zu “Frühlingsgefühle in der Sommerhitze

  1. Liebe Belinda,

    mach es genauso, einfach genießen und sehen was kommt. Ich kann dieses ungläubige Staunen und die Unsicherheit / Angst vor dem Verlassen werden sehr gut verstehen. Selbst heute noch gibt es Momente, in denen ich nicht fassen kann, wie viel Glück ich seit etwa 4 Jahren mit diesem Menschen an meiner Seite habe. Klar gibt es immer Höhen und Tiefen, gerade letzteres ist zum Teil hart, aber inzwischen bin ich sicher, das wir einfach eine Basis haben, die sich durch nichts erschüttern lässt. Mit jemandem zusammen und doch man selbst sein zu können/dürfen ist wirklich keine Selbstverständlichkeit, vermutlich ist es daher so unfassbar. Ich freu mich sehr für dich, dass du es annehmen und wachsen lassen kannst. Drücke dir alle Daumen (und Zehen), dass es sich weiterhin richtig anfühlt.

    Ganz liebe Grüße, Silke

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