Wie fühlt es sich an …

schwanger zu sein?

Eine Frage, die mir eine Freundin vor ein paar Wochen gestellt hat und welche seit dem in mir gearbeitet hat, um heute mit einer möglichen Antwort ans Tageslicht zu kommen.

Ich bin jetzt in der 36. Schwangerschaftswoche – der Endspurt steht an und ich blicke auf neun Monate Erfahrungen zurück. Eine bis jetzt sehr aufregende, emotionale und abwechslungsreiche Zeit voller neuer Überraschungen und unbekannter Variablen.

Es ist meine erste Schwangerschaft und sie ist ein absoluter Wunsch von mir und meinem Partner. So ist auch der kleine Bauchbewohner in mir ein absolutes Wunschkind.

Ich habe direkt von Anfang an gewusst, dass ich schwanger bin: noch bevor der Arzt irgendetwas sehen konnte, war da dieses sichere Gefühl, eine Gewissheit in mir, dass du jetzt in unser Leben kommst. Dieses Gefühl war sehr ergreifend und bewegend, wenn auch verbunden mit vielen Gedanken, was da auf uns zukommt sowie was das für mich aber auch für uns als Paar bedeutet und Ängsten, ob alles gut geht. Diese Phasen gab es während der letzten neun Monate öfter, z.B. wenn du mal einen Tag nicht so aktiv warst oder ich geträumt habe, dass du früher kommst. Ich denke auch das ist ganz natürlich, weil wir auf den Prozess der Schwangerschaft keinen Einfluss haben. Hat sich die Seele entschieden zu bleiben oder zu gehen? Das liegt einfach außerhalb unserer Reichweite.

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Dich in mir heranwachsen zu spüren, die Veränderungen des Körpers wahrzunehmen, neue und andere emotionale Befindlichkeiten bei mir festzustellen, zu sehen, wie sich auch die Partnerschaft mitwandelt – alles Dinge, auf die einen niemand vorbereiten kann. So ist diese Schwangerschaft für mich ein Selbsterfahrungskurs in Körperwahrnehmung und Persönlichkeitsentwicklung sowie Beziehungsarbeit sowohl mit mir selbst, dem Zauberwesen in mir als auch mit meinem Partner.

Manchmal gibt es Tage, da fühle ich mich nicht schwanger – du machst grad eine Bewegungspause, ich sitze oder liege entspannt irgendwo, bin ganz mit und bei mir, habe keine körperlichen Einschränkungen. Denn auch wenn nach außen hin nicht viel statt findet, leistet unserer Körper Höchstleistung – lässt er doch ein neues Leben heranwachsen. Die überwiegende Zeit jedoch – vorallem mit wachsendem Bauch, deinen starken Bewegungen und meinem langsam abnehmendem Aktivitätslevel aufgrund der körperlichen Befindlichkeiten – spüre ich dich und diese besondere Zeit ganz intensiv.

Ich fühle wie sich mein Körper verändert, ich weiblicher werde, wie er sich auf die bevorstehende Aufgabe – dich auch außerhalb meines Körpers mit Liebe, Licht und Wärme zu versorgen – vorbereitet. Ich fühle mich durch diese Veränderungen nicht mehr oder weniger als Frau, da ich auch vor der Schwangerschaft bereits sehr bei mir war und eher durch meinen Partner in die Weichheit und Weiblichkeit gefunden habe. (Vielen Dank an dieser Stelle dafür.) Zudem merke ich, das mein Körper nicht mehr mir gehört. Das fing schon ganz früh an, als ich durch dich nur noch bestimmte Dinge essen wollte und zieht sich durch unsere gesamte Zeit, in der du immer mehr Platz in meinem Körper einnimmst und mir auch körperliche Grenzen der Leistungsfähigkeit setzt. Das ist sehr ungewohnt für mich, da ich doch immer sehr leistungsorientiert war und nun limitiert wurde – eine weitere Entwicklung und Erkenntnis, die ich bereits jetzt durch dich machen dürfte. Diese körperliche Eingenommenheit hat natürlich auch Einfluss auf die Partnerschaft: Wenn dir dein Körper nicht mehr alleine gehört und du das Zuhause eines kleinen Lebewesens bist, willst du auch nicht das da jemand anderes ran geht. So ging es mir jedenfalls – so als wäre bereits ein innerer Beschützerinstinkt vorhanden, der sicherlich auch teilweise durch die vielen Hormone in meinem Körper unterstützt wurde.

Ich fühle wie ich mich emotional verändere, nicht zuletzt aufgrund des Hormoncocktails in mir. Ich bin zwar sehr impulsiv und engagiert, aber als zickig würde ich mich nicht beschreiben. Jedenfalls bis zu dieser Schwangerschaft, denn ich bin definitiv Phasenweise sehr launisch geworden und das in der Gestalt, dass ich auf meine Reaktionen überhaupt keinen Einfluss hatte. Zeitweilig habe ich mich mit meinen 31 Jahren wie eine 13 Jährige in der Blütezeit ihrer Pubertät gefühlt. Unabhängig davon, das mein Partner damit wunderbar umgehen konnte, hat es vor allem mich selbst genervt. Gott sei Dank war dies  – wie auch die Pubertät an sich – nur eine Phase. Darüber hinaus merke ich, das ich sehr bei mir und mit mir bin, manchmal gar nicht mehr für die Beziehung zur Verfügung stehe, weil ich so mit der Beziehung zu mir und dem Zauberwesen beschäftigt bin. Ich spüre diese tiefe, unbeschreibliche Liebe in mir zu dir, die ich vorher noch nie erlebt habe und für die es aus meiner Sicht auch keine Worte gibt, um auch nur ansatzweise zu beschreiben und/oder deren Dimensionen zu erfassen. Ich weiß es einfach: Ich liebe dich und werde mein Leben für dich geben.

Diese Schwangerschaft mit all ihren unterschiedlichen Landschaften (Gesichtern, Befindlichkeiten und Anwandlungen) ist für mich die aufregendste Reise ins Unbekannte die ich je angetreten habe, dessen Ausgang ich mir nicht im Geringsten vorstellen und ausmalen kann. Aber ich bin mehr denn je im Vertrauen zum Leben und im Vertrauen zu dir sowie dankbar einen Mann, einen Begleiter an meiner Seite zu haben der mich unterstützend und verständnisvoll stärkt – egal wie die (emotionale) Wetterlage aussieht.

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9 Kommentare zu “Wie fühlt es sich an …

  1. Hallo! Ein toller Bericht! Danke für diesen doch sehr persönlichen Einblick! Habe mich sowas auch schon immer mal gefragt ^^ :)…Ist bei mir aber noch kein Thema, neugierig ist man aber ja schon^^…naja ganz viel Grüße aus unserem passeiertal hotel ! Maren 😉

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