Mutterschaf(f)t

Heute ist ein besonderer Tag – zum einen ist mein Zauberkind nun so lange auf der Welt, wie es eben auch unter meinem Herzen weilte und zum anderen sitze ich tatsächlich ALLEINE vor der Tatstatur und kann ENDLICH wieder etwas schreiben.
Etwas das mir schon seit Monaten durch den Kopf geht, ich aber nie die Zeit gefunden habe, weil einfach das Leben mit und um das Zauberkind wichtiger waren/sind und es mich eben wirklich 24/7 in Anspruch nimmt. Mutterschaf(f)t eben.

Ich hatte keine Vorstellungen vom Mamawerden oder Mamasein und ich habe auch vorher im Studium, meinen Nebensjobs und später im Beruf mit voller Power arbeiten können, aber das hier, das „sich liebevoll, zugewandt und aufmerksam um sein Kind kümmern“ sprengt wirklich jeden Rahmen meiner Vorstellungskraft. Es ist anstrengend, ein Fulltimejob, über die Bezahlung und das Schichtsystem will ich gar nicht reden. Ich bin immer am Tun und Machen – seien es elementare Dinge wie das Kind und dann mich versorgen – allein das nimmt ja schon den kompletten Tag ein – oder Alltagsdinge wie Wäsche waschen (JEDEN Tag), Einkaufen, Haushalt und Kochen. Nebenbei laufen dann eben noch aktuelle Dinge ab, wie Büroorga, Wohnungssuche, Umzugs vorbereiten und organisieren. etc. etc. etc. Kurz um ich bin ausgefüllt. Ob mich das auch erfüllt? Aktuell eher nicht. Und dennoch darf der Alltag am Laufen gehalten werden. Von wem? Na von uns Muttis.

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Klar der Mann ist auch da und tut sein Bestes. Aber sind wir mal ehrlich, a) ist das Kind fast ausschließlich auf mich fixiert, ich stille (ihre Bedürfnisse), bringe sie ins Bett, liege neben ihr wenn sie schläft, begleite sie durch die Nacht und den Tag, bin immer bei ihr. und b) der Papa ist eben nicht die Mama. Für viele mag das voll ok so sein. Für mich nicht. Ich bin ein absoluter Freigeist, der sein Zauberkind abgöttisch liebt, aber wenn nicht mal in Ruhe Duschen drin ist, dann ist bei mir der Punkt erreicht, wo jede Faser meines Körpers nach Unabhängigkeit schreit und die Situation vollkommen ungerecht findet: Der Mann hat durchgehenden Schlaf, wird am Tag „nur“ 9 Stunden auf Arbeit gebraucht, der Abend gehört ihm, er braucht sich am Tag also quasi nur ein paar Stunden um das Kind kümmern, in denen nach mir ja logischerweise auch ständig gefragt wird: Wo ist das? Wie geht das? Wann hat sie das letzte Mal geschlafen? Wann hat sie das letzte Mal getrunken? Wann wurde die Windeln gewechselt? and so on …

Ihr lest es vielleicht raus: Ja, aktuell hätte ich gerne wieder mehr Freiraum/Freizeit. Bei allen Glücksmomenten mit dem Zauberkind ist diese Art der Mutterschaft, in der die Mutter 24/7 schafft, anstrengend und frustrierend. Für mich jedenfalls. Nicht immer. Aber immer öfters. Wie geht es euch? Wie geht ihr damit um? Würde mich super über ein paar Tipps und Inspirationen eurerseits freuen!

Und da höre ich auch schon den Schlüssel in der Tür – der Mann ist mit dem Kind vom Spaziergang zurück. Pause vorbei. Schicht geht weiter.

 

 

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5 Kommentare zu “Mutterschaf(f)t

    • Liebe Mathilda,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, das weiß ich. Ich sauge auch jeden Moment in mir auf. Aber ich bin eben nicht „nur“ Mutter, sondern auch Mensch und da habe ich eben auch meine eigenen Bedürfnisse. Klar stelle ich die zurück, aber dennoch sind sie da und möchten erfüllt werden.

      Liebste Grüße
      Belinda

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