Stille(n) …

… (M)Eine Ode ans Stillen*. Als Beitrag zur Normalisierung von Stillen (in der Öffentlichkeit) sowie zum Mutmachen, seinen eigenen Weg zu gehen und vom Vertrauen, in den eigenen Körper und vor allem in das eigene Kind.

Natürlichkeit.
Wir stillen. Seit mehr als 18 Monaten. Stille ich dich bzw. stillst du dich.
Damit zählen wir bereits zu den Langzeitstillenden. Verrückt, wenn ich bedenke, dass das natürliche Abstillalter zwischen zwei und sechs Jahren (!) liegt und nicht ab dem sechsten Lebensmonat beginnt. Wissen viele nicht, sollten sie aber, entspannt nämlich ungemein.

Vertrauen.
Bereits im sechsten Schwangerschaftsmonat bemerkte ich deutlich die (Vor)Milchbildung (des Kolostrums) bei mir. Und genau dann stellte ich auch fest, dass ich mit jeder Faser meines Körpers daran glaub(t)e, dass mein Körper – dieses wundervolle Wesen – in der Lage dazu sein wird und ist, dich unser Zauberkind mit dem wohl wertvollsten „Stoff“ zu versorgen.

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Individuell.
Muttermilch. (M)Ein Wundermittel. Immer Körperwarm. Nähegebend und Liebe spendend. Höchst individuell auf das Zauberkind und seine Bedürfnisse abgestimmt.
Allein der Speichelkontakt zwischen Kind und Brust vermittelt selbiger, welche Milchzusammensetzung (z.B. auch welche Antikörper) das Kind braucht.

Bedürfnisorientiert.
Und so kam unser Zauberkind auf und in die Welt, wurde mir auf meinen nackten Oberkörper gelegt und begann direkt zu suchen, anzudocken und zu trinken. Im zwei Stunden Rhythmus. Ja ZWEI STUNDEN RHYTHMUS. Das ist anstrengend. Definitiv. Aber das war und ist immer mal wieder ihr ganz individueller Rhythmus. Vertraut eurem Kind! Es weiß was es braucht! Kein anderer kann euch sagen/zeigen, wie oft eurer Kind eure Brust braucht. Denn:

Stillen ist so viel mehr als „bloße“ Nahrungsaufnahme.
Stillen ist Liebe.
Stillen ist Nähe.
Stillen ist Geborgenheit.
Stillen ist Schutz.
Stillen ist Heilung.
Stillen ist Rückzug.
Stillen ist Entspannung.
Stillen ist Trost.
Stillen ist Beruhigung.
Stillen ist Kommunikation.
Stillen ist Beziehung.

Wohlfühlen.
Und eine Stillbeziehung besteht, wie es das Wort bereits impliziert aus zwei Menschen. Und solange beide daran beteiligten Menschen sich wohl fühlen, können, dürfen, ja sogar sollen sie so lange stillen, wie es für sie stimmig ist, wie es ihnen entspricht.

Veränderung.
Die Stillbeziehung verändert sich. Genauso wie sich das Kind verändert und auch du dich veränderst. Manchmal ist es zehrend, schmerzhaft, nervig, stressig und dann wieder so innig, liebevoll, kraftgebend. Aber immer besonders. Und es wird vorbei gehen. Schneller als wir denken, dann wenn wir es nicht erwarten. Wann es bei uns so weit ist, steht noch in den Sternen. Noch passt es, ist stimmig für uns und oft auch einfach praktisch, wenn das Zauberkind zum Beispiel krank ist. Nicht nur das die Muttermilch, dann genau die Zusammensetzung hat, die sie braucht um gesund zu werden, sie spendet auch Trost und beruhigt bei Schmerzen.

Stillt!
Wenn ihr wollt, stillt.
Stillt solange wie es für euch passt.
Stillt nach Bedarf. Nach dem Bedarf eures Kindes.
Stillt überall, wo ihr euch wohlfühlt. Auch draußen! Auch wir „großen“ Menschen essen und trinken nicht nur in den eigenen vier Wänden.

Stillt! Ihr könnt das! Wir haben in unserem Körper ein Zuhause für neues Leben geschaffen. Unser Körper ist designt, dieses Leben auch versorgen zu können. Lasst euch nicht verunsichern, wenn es nicht „gleich“ klappt. „Der kleine Magen ist in den ersten Lebenstagen nicht in der Lage, mehr als ein paar Tropfen Milch aufzunehmen.“ (Jule, Hebamme Zauberschön) Das was ihr „produziert“ reicht! Wirklich! Vertraut!

Nur zwei Prozent aller Neumütter können wirklich „nicht“ stillen. Wenn ihr Schwierigkeiten und/oder Schmerzen habt. Holt euch Hilfe. Lasst euch beraten. Es gibt die wundervolle La Leche Liga Deutschland e.V. (http://www.lalecheliga.de/) wo ihr kostenlose Beratung und Unterstützung erhaltet. Denn nicht jede Hebamme ist nach ihrer Ansicht auch ausgebildete Stillberaterin.

Erinnerung.
Die Stillzeit ist eine ganz besondere Zeit. Und sie ist endlich.
Und genau aus diesem Grund habe ich mir aus der Muttermilch meines Zauberkindes sogenannten Muttermilchschmuck anfertigen lassen. Er ist ebenso wie unsere Stillbeziehung individuell, aber zeitlos.
Vielleicht ist das ja auch was für dich und/oder ein Geschenk für eine liebe Mami, die du kennst.

*Dieser Beitrag ist unsere Stillgeschichte, die wir so gestalten, wie es für uns stimmig ist und die ich mit dem Wissen gestalte, welches mir aktuell zur Verfügung steht.
Ich erhebe also keinen Anspruch auf Allwissenheit und möchte auch in aller Deutlichkeit sagen/schreiben, dass ich mit jeder Stillentscheidung (Stillen ja/nein/teilzeit, Flasche ja/nein/teilzeit) absolut im Einklang bin. Das hier, ist „einfach“ nur unser Weg.

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